Miloš Doležal: Sommer der Dämonen. Lesung und Gespräch

„Sommer der Dämonen“ ist der dritte Teil der geplanten Tetralogie des Autors. Reale Ereignisse in der Tschechoslowakei der Nachkriegszeit inspirierten diese Erzählungen über Gewaltbereitschaft, aber auch Menschlichkeit unabhängig von nationaler Zugehörigkeit.

Der Zweite Weltkrieg ist vorbei, der Flieder duftet, aber die Welt wird nie mehr dieselbe sein. Die Ängste und Dämonen verschwinden nicht, nehmen nur eine andere Gestalt an. In seinen Erzählungen schildert Miloš Doležal Ereignisse und Schicksale aus dieser Zeit, wobei er sie durch seine Recherchen in einen breiteren Kontext setzt. Die Protagonisten seiner „Dokumentarerzählungen“, wie er sie nennt, werden dadurch in den Vorausetzungen und Folgen ihres Handelns greifbar und nahbar. Die Menschen in der Tschechoslowakei freuen sich über die Freiheit und den Frieden, aber bewusst und unbewusst stecken sie den Kopf in die Schlinge der neuen Unruhen. Monate voller glücklicher Rückkehr, Neuanfänge, aber auch brutaler Repressalien, getarnter Kriegskarrieren, Selbstmorde und Enttäuschungen. Das sensible und meisterhaft geschriebene Mosaik der direkten Nachkriegszeit ist zugleich auch ein Abriss der Zeit, die danach kam und die nur selten einen gerechten Umgang mit dem Unrecht fand.

Die Kapitulation des Deutschen Reiches im Mai 1945 ist nur politisch als „Stunde Null“ zu bewerten, in der Alltagsgeschichte spricht man präziser von einem langsamen Abebben der Gewaltwelle des Zweiten Weltkriegs. Eine Revision dieser Zeit unter diesem Aspekt lohnt sich für die gesamte Europäische Gesellschaft.

Miloš Doležal (geboren 1970) ist tschechischer Lyriker, Schriftsteller und Journalist, der sich vor allem in seinem publizistischen Werk den Schicksalen von vergessenen oder durch das kommunistische oder NS-Regime verfolgten Personen widmet. In „Sudetenland“ (2023) erschien sein Porträt von Gertrude Urzidil mit dem Titel“ Hallo, hier niemand, nur ich“. „Sommer der Dämonen“ erschien als „Léto běsů“ (2022) im Verlag Host.

Der Autor liest auf Tschechisch, die deutsche Übersetzung wird parallel als Textprojektion eingeblendet. Das Gespräch wird von Zuzana Jürgens vom Adalbert Stifter Verein München moderiert, es dolmetscht Kathrin Janka, die auch die Textauszüge übersetzt hat.

Veranstaltungsort: Begegnungszentrum Zeughaus, Raum 118 (Kreuzerraum)
Eintritt: 7,- € / ermäßigt 5,- € (auch für Mitglieder der DTG Augsburg), Karten an der Abendkasse

Datum

Apr. 08 2025

Uhrzeit

19:00

Kosten

€7,00

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Veranstaltungsort

Begegnungszentrum Zeughaus
Zeugplatz 4, 86150 Augsburg
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