Einladung zum D-CZ Seminar

Liebe Sonja Hefele, liebe Mitglieder des deutsch-tschechischen Stammtisches in Augsburg,
und alle, die persönlich oder familiär irgendwie in die deutsch-tschechischen Geschichte involviert sind, vor allem aber auch an der deutsch-tschechischen Gegenwart und Zukunft interessiert sind!
 
Am Anfang des Jahres planen wir ja gerne voraus, deshalb möchte ich Euch/Ihnen eine Veranstaltung ans Herz legen, die für jeden Menschen, der einmal daran teilgenommen hat, unvergesslich bleiben wird. Ich war im Jahr 2008 zum ersten Mal dabei und habe mich entschlossen, dieses Jahr wieder aktiv mitzumischen.
 

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Sonja Hefele: Persönliche Anmerkungen zum Tode von Vaclav Havel

Ein Schriftsteller, ein Bürgerrechtler, ein Dissident, ein Präsident der Bürger, ein Europäer der ersten Stunde, ein Staatsmann von Weltrang, ein Held – für mich, wie für viele andere, ein Vorbild! Sein Tod macht traurig. Die hohe Wertschätzung des tschechischen Volkes und aller Staatsmänner spiegelt sich in deren Reaktionen auf seinen Tod wider.

Das erste Mal begegnete ich dem Schriftsteller Václav Havel in seinem Prager Lieblingskaffeehaus „Slavia“. Es muss in den Siebziger Jahren gewesen sein. Ahnungslos schneite ich dort eines Tages herein, um mich aufzuwärmen. Dass sich dort Prager Künstler und Intellektuelle regelmäßig trafen, wusste ich nicht. Havel, Grůša und Co. waren mir damals noch kein Begriff. An einem der hinteren Tische saß eine Gruppe qualmender und munter diskutierender Männer. Aus Langeweile beobachtete ich sie und versuchte was aufzuschnappen. Es ging um allgemeine Unterdrückung der Individuen, die nichtvorhandene Demokratie, und wie man politische Reformen in der Tschechoslowakei einleiten könnte. Einem der Männer – es war Vašík, wie Havel am Tisch genannt wurde – fiel mein Lauschen auf. Die hitzige Debatte wurde sofort eingestellt, die Gespräche wurden leiser. Ich wurde eingeladen, mich zu ihnen zu setzen. Nun sprach man über die jüngsten literarischen Arbeiten der Anwesenden und Nichtanwesenden. Nach etwa einer Viertelstunde verabschiedete ich mich. Ich ahnte nicht, welch interessanter und politisch brisanter Runde ich da kurz beigewohnt hatte. An einen Satz während meines „Lauschangriffs“ kann ich mich erinnern: „Eine Demokratie ist wie ein zartes Pflänzchen, dass man hegen und pflegen muss“. Dieser Satz hat sich mir eingeprägt, er wurde zu einem meiner Leitsätze. Er stammt von Václav Havel.

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