Tschechien ist nicht nur Prag VI

Litom IMG 6850 1024Litomyšl (Leitomischl) liegt in der ostböhmischen Region Pardubice. Eines der bedeutendsten Renaissance-Denkmäler Mitteleuropas ist das unbedingt sehenswerte Schloss, das seit 2010 als  UNESCO-Welterbe eingetragen ist.

 

Leitomischl ist erstmals 981 in der Chronica Moemorum erwähnt. Man vermutet, dass im 10. Jahrhundert die Slavnikiden an der Stelle des heutiges Schlosses eine Burgstätte errichteten. Ende des 11. Jahrhunderts gründete Herzog Břetislav II. unterhalb ein Benediktinerkloster. 1263 verlieh König Ottokat II. Přemysl das Marktrecht, eine eigene Gerichtsbarkeit und bereits 1259 das Königsgrätzer Stadtrecht. 

 

Nach dem Dreißigjährigen Krieg herrschte die Adelsfamilie Trauttmansdorff in Litomyšl, später folgten die Grafen Waldstein und die Fürsten Thurn und Taxis. 

 

Litom IMG 6824 1024Litomyšl ist eine gebeutelte Stadt. Mehrmals wurde sie durch Brände zerstört, und in den Schlesischen und Napoleonischen Kriegen litt sie unter den Truppendurchmärschen und Plünderungen.

 

Der langgestreckte Marktplatz ist – neben einer Schlossbesichtigung – sehenswert. Er ist umrahmt von sehr schön renovierten Bürgerhäusern im Renaissance- und Barockstil. Der bekannteste Sohn von Litomysl ist Bedřich Smetana(1824 – 1884), dessen Geburtshaus ebenfalls zu besichtigen ist. Der Schriftsteller Alois Jirásek hat dort seine bedeutendsten Werke geschrieben, seinen Unterhalt verdiente er sich jedoch als Lehrer am dortigen Gymnasium. Ein Denkmal zu seinen Ehren wurde 1959 errichtet und steht im Schlosspark.

 

 

 

Litom IMG 6830 1024

Litom IMG 6825 1024

Tschechien ist nicht nur Prag V

Burg IMG 6764 1024Burg Kunětická Hora  (Burg Kunetitzer Berg)

 

Auf den Spuren der Hussiten – ca. 7 km von Pardubice entfernt – kommt man an der herrlich gelegenen Burg Kunetitzer Berg vorbei.

 

Der Aufstieg lohnt sich schon allein wegen des grandiosen Rundblicks. Aber auch die zum Teil rekonstruierten Räumlichkeiten sind sehenswert. Die Burg stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde bereits Anfang des 14. Jahrhundert verlassen. 1421 besetzte Diwisch Borek von Miletin, ein Hauptmann der Hussiten, die Burg, deren Eigentümer das Kloster Opatowitz war, und baute sie aus. Ende des 15. Jahrhunderts wurde sie von den Herren von Pernstein erweitert. Im Dreißigjährigen Krieg eroberten die Schweden die Burg, verwüsteten sie und hinterließen eine Ruine.

 

Burg IMG 6766 1024

 

Burg IMG 6767 1024

 

Burg IMG 6768 1024

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zugang:

Vom Parkplatz ca. 10 Minuten bergauf. 

 

Öffnungszeiten: 

April, September und Oktober jeweils Sa und So von 10:00 - 16:00 Uhr

Mai - August täglich außer Mo, von 09:30 - 17:30 Uhr

 

Kontakt: 

Telefon: 00420 466 415 428

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Web: www.hrad-kunetickahora.cz

Tschechien ist nicht nur Prag IV

Anlage CastolovoceIMG 6697 1024Der kleine Ort Častolovice mit nur 1.680 Einwohnern liegt im Adlervorgebirge ca. 30 km von Hradec Králové (Königgrätz) entfernt. Ein Abstecher lohnt sich allein schon wegen der lieblichen Landschaft.

 

Doch die Landschaft allein ist es nicht, warum ich diese Empfehlung ausspreche. Mitten in dem unscheinbaren Ort befindet sich das Schloss Častolovice. Die ehemalige Wasserburg wurde im 13. Jahrhundert von dem Böhmischen Adeligen Puta dem Älteren von Schastolowitz errichtet.

 

Nachfolgende Besitzer waren z. B. der König von Podiebrad, Heinrich von Monsterberg und Wilhelm II. von Pernstein. Nachdem die Brüder von Oppersdorf im Jahre 1577 die über lange Zeit unbewohnte Burg erworben hatten, bauten sie das alte Gemäuer zu einem Renaissanceschloss um, das große Beachtung in Adelskreisen fand.

 

 

Casto-IMG 6718 1024Spätere Besitzer waren u. a.  die von Sternbergs, die über Generationen hinweg immer wieder bauliche Erneuerungen in Auftrag gaben. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Familie ereignet und emigrierte in die USA. Nach der politischen Wende wurde das Schloss 1993 an die noch lebende Tochter Diana Phipps, geb. Sternberg, restituiert. Es befindet sich inmitten eines herrlich gepflegten Parks; die Räumlichkeiten sind mit kostbaren Möbeln ausgestattet und zum Teil – nach Anmeldung – der Öffentlichkeit zugänglich. 

 

Zámek Častolovice

Masarykova 1

Častolovice 517 50

Tel.: 494 323 646

 Casto IMG 6721 1024Casto IMG 6720 1024Casto IMG 6713 1024

Tschechien ist nicht nur Prag III

IMG 6792Padubice (Pardubitz) - die heute mittelgroße Stadt (ca. 90.000 Einwohner) liegt ca. 100 km von Prag entfernt in Ostböhmen. Erstmals erwähnt wurde sie 1225 als kleine Siedlung,  die um ein Kloster herum gebaut war.

 

Den Namen erhielt sie von ihrem Gründer Arnošt z Hostýně; er gab dem Ort den noch heute gebräuchlichen Namen. Seine Söhne nannten sich später von Pardubitz. Der älteste, Ernst von Pardubitz, war der 1. Erzbischof von Prag (1297 – 1364).

 

Zu einem beschaulichen Spaziergang lädt der Stadtkern mit seinen gut renovierten Häusern im Renaissance-Stil ein. 1964 er zum städtischen Denkmalreservat ernannt.

 

Sehenswert ist auch das malerische Schloss. Es steht an der Stelle eines Herrensitzes aus dem 13. Jahrhundert. Im Verlauf der Jahrhunderte wurde es erst zu einer Wasserburg, später unter der Herrschaft von Wilhelm II. von Pernstein im spätgotischen Stil umgebaut und erweitert. Adalbert von Pernstein betrieb ebenfalls Umbau und Umgestaltung, seiner Zeit entsprechend ließ er das Anwesen im Frührenaissance-Stil errichten. Dank einer Festungsanlage überstand das Schloss den Dreißigjährigen Krieg unbeschadet. In den drei Rittersälen befinden sich Fragmente früherer Fresken, die ältesten bekannten Renaissance-Wandmalereien in Böhmen aus dem Jahr 1532. 

IMG 6796 IMG 6797 IMG 6791 IMG 6802IMG 6792

 

Velka Pardubicka – das schwerste und älteste Cross-Country-Pferderennen Europas

 

IMG 1051

 

Alljährlich zum Saisonende findet auf der Pferderennbahn in Pardubice eines der aufregendsten Rennen statt. Das Derby wird seit 1874 immer am zweiten Oktober-Wochenende gelaufen.

 

Die Strecke von 6.900 m beinhaltet 31 Hindernisse, wobei das meistgefürchtete der Taxigraben ist, der nur einmal pro Jahr gesprungen werden darf. Ein sehenswertes Spektakel, zu dem jeweils zwischen 20.000 und 30.000 Zuschauer von Nah und Fern kommen.