Pilgerweg von Prag nach Olmütz

Ein geführter Freundschaftsweg im Nachbarland mit Anregungen zur persönlichen Reflexion - Näheres unter der Rubrik "Veranstaltungen".

Reise im Kulturrausch - Bierproben nicht nur für Bierkenner I

IMG 6467Ich lade Sie ein zu einer vergnüglichen und informativen Reise in die Region Pilsen und Český les (Oberpfälzer Wald). Für gute Laune sorgen die unzähligen Biersorten, die bei den verschiedenen Brauereibesichtigungen gerne zum Testen angeboten werden. Dabei sind Bier und deftige böhmische Küche das Salz in der Suppe. Zum schnellen Verdauen bieten sich zwischendurch Besichtigungen von Museen, Klöstern, Burgen und Schlössern in der Region an. 

 

Beginnen wir also in Pilzen, der diesjährigen europäischen Kulturhauptstadt und viertgrößten Stadt der Tschechischen Republik. Dort wird das wohl bekannteste Lagerbier gebraut: das sogenannte „Pils“ oder auch „Pilsner“. König Wenzel II. gründete 1295 die Stadt und erteilte sogleich allen Bürgern das Recht, ihr eigenes Bier zu brauen. So haben die Pilsner schon im Mittelalter in ihren Häusern gebraut und den Gerstensaft auch gewinnbringend verkauft. Damals wie heute muss in Pilsen niemand Angst haben zu verdursten oder zu verhungern. In der Stadt finden sich an jeder Ecke Kneipen und Restaurants, viele davon sind nahezu rund um die Uhr geöffnet und bieten auch fast immer warme Speisen an.

 

IMG 6466Durch das freie Bierbrauen sank mit der Zeit die Qualität und das nahe Bayern drohte zu einer unüberwindbaren Konkurrenz werden. Daher gründeten die Pilsner 1838 eine Bürgerbrauerei. Sie holten sich einen Bayerischen Braumeister, den Josef Groll‚ der ein völlig neues Bier – das Lagerbier – erfand. Diesem Bier, das bis heute nach dem ursprünglichen Rezept gebraut wird, verdankt das „Pilsner Urquell“ seine Bekanntheit.

 

Pilsen hat aber mehr zu bieten als nur Bier. An der Wende zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert war Pilsen sogar einige Monate Hauptstadt des Habsburger Reiches. Reichgeschmückte Renaissance-Fassaden rund um den Marktplatz, die Sgraffito-Fassade des Rathauses und das Stadtwappen sind sichtbare Beweise der einstigen Königsstadt. Abgebildet sind dort unter anderem ein Windhund (Zeichen der Königstreue) und das goldene Kamel, ein Geschenk des Römischen Kaiser Sigismund von Luxemburg an die Bürger, das an deren Taten während der erfolglosen Belagerung durch die Hussiten erinnern sollte. Gegenüber dem imposanten Rathausbau steht die nicht weniger sehenswerte Kathedrale St.-Bartholomäus mit dem höchsten Turm Tschechiens. Empfehlenswert ist auch ein Besuch der weltweit drittgrößten Synagoge. 

IMG 6464IMG 6468MarktplatzIMG 6454Synagoge-IMG 6460

 

Mehr über Pilsen http://www.czechtourism.com/de/a/pilsen-area/

Tschechien ist nicht nur Prag VII

Mattau IMG 6741 1024Nové Město nad Metují (Neustadt an der Mettau) im Bezirk Náchod liegt im Nordosten der Königsgrätzer Region zwischen dem Riesen- und Adlergebirge. Die Stadt zählt zu den schönsten Renaissancestädten Tschechiens und steht unter Denkmalschutz.

 

Der Ort blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Um 1500 wurde erst einmal ein Kastell neben dem nahen Städtchen Krčín gegründet, das jedoch während der Hussitenkriege zerstört wurde. Auf den Trümmern entstand eine neue Stadt namens Neustadt an der Mettau. Mitte des 16. Jahrhunderts, nach dem großen Stadtbrand, erwarben die Herren von Perstein die Stadt und die Herrschaft.

 

Sie holten Italienische Baumeister und ließen den Marktplatz mit einheitlichen Fassaden und Arkaden im Stil der Renaissance errichten. Auch diese Stadt wurde nach der „Schlacht am Weißen Berg“ vom Kaiser konfisziert und anschließend an Albrecht von Wallenstein übergeben. Der konnte sich nicht lange  am neuerlichen Besitz erfreuen. Er verkaufte es gewinnbringend an Magdalena Trčka von Lobkowitz. 

 

Sehenswert sind unter anderem:

  • das Schloss
  • der Marktplatz
  • die Kirche Hl. Dreifaltigkeit b
  • der Glockenturm mit einem wunderbaren Rundblock über die Stadt  
  • Mattau IMG 6738 1024 Mattau IMG 6739 1024 Mattau IMG 6740 1024

Tschechien ist nicht nur Prag VI

Litom IMG 6850 1024Litomyšl (Leitomischl) liegt in der ostböhmischen Region Pardubice. Eines der bedeutendsten Renaissance-Denkmäler Mitteleuropas ist das unbedingt sehenswerte Schloss, das seit 2010 als  UNESCO-Welterbe eingetragen ist.

 

Leitomischl ist erstmals 981 in der Chronica Moemorum erwähnt. Man vermutet, dass im 10. Jahrhundert die Slavnikiden an der Stelle des heutiges Schlosses eine Burgstätte errichteten. Ende des 11. Jahrhunderts gründete Herzog Břetislav II. unterhalb ein Benediktinerkloster. 1263 verlieh König Ottokat II. Přemysl das Marktrecht, eine eigene Gerichtsbarkeit und bereits 1259 das Königsgrätzer Stadtrecht. 

 

Nach dem Dreißigjährigen Krieg herrschte die Adelsfamilie Trauttmansdorff in Litomyšl, später folgten die Grafen Waldstein und die Fürsten Thurn und Taxis. 

 

Litom IMG 6824 1024Litomyšl ist eine gebeutelte Stadt. Mehrmals wurde sie durch Brände zerstört, und in den Schlesischen und Napoleonischen Kriegen litt sie unter den Truppendurchmärschen und Plünderungen.

 

Der langgestreckte Marktplatz ist – neben einer Schlossbesichtigung – sehenswert. Er ist umrahmt von sehr schön renovierten Bürgerhäusern im Renaissance- und Barockstil. Der bekannteste Sohn von Litomysl ist Bedřich Smetana(1824 – 1884), dessen Geburtshaus ebenfalls zu besichtigen ist. Der Schriftsteller Alois Jirásek hat dort seine bedeutendsten Werke geschrieben, seinen Unterhalt verdiente er sich jedoch als Lehrer am dortigen Gymnasium. Ein Denkmal zu seinen Ehren wurde 1959 errichtet und steht im Schlosspark.

 

 

 

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