"So lebe ich die Zeit und so bringt sie mich um."

 

Josef Čapek - Gedichte aus dem KZ. Ein literarisch-musikalischer Abend.
Die Gedichte Josef Čapeks aus den sechs Jahren seiner KZ-Haft stehen im Mittelpunkt eines literarisch-musikalischen Abends.
 
Čapeks Lyrik, deren Übersetzungen sich Prof. Dr. Urs Heftrich (Slawisches Institut Uni Heidelberg) angenommen hat, wird von den Klavierwerken des tschechischen Komponisten Leoš Janáček "Po zarostlém chodníčku / Auf verwachsenem Pfade" und "V mlhách / Im Nebel" sowie dem Ton-Bilder-Zyklus "Fugitive Pieces" umrahmt - geschrieben und vorgetragen von Prof. Gilead Mishory (Musikhochschule Freiburg).
Hierzu laden die Deutsch-Tschechische Gesellschaft Augsburg und Schwaben und das Pianohaus Hermes & Weger
am Freitag, 10. Juni 2016, um 19:30 Uhr in die Halderstraße 16 (Nähe Hauptbahnhof) ein.

 

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Gilead Mishory (links) und Urs Heftrich.

 

 

Josef Čapek (1887-1945) war nicht nur einer der führenden Avantgardemaler der Tschechoslowakei, sondern auch ein bedeutender Schriftsteller. Gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder, dem Autor Karel Čapek, verfasste er Prosa und Dramen. Sein eigenständiges literarisches Œuvre umfasst unterschiedlichste Genres, u.a. Kinderbücher, philosophische Prosa und einen Roman. 1939, wenige Monate nach Hitlers Einmarsch in Prag, wurde Josef Čapek, der mit seinen Karikaturen den Nationalsozialisten unerschrocken die Stirn geboten hatte, verhaftet und trat einen fünfjährigen Leidensweg durch verschiedene KZs an. Wenige Tage vor der Befreiung erlag er einer Typhusepidemie. Ausgerechnet im Lager aber hatte er sein Talent als Lyriker entdeckt.

Die Deutsch-Tschechische Gesellschaft Augsburg und das Pianohaus Hermes&Weger laden zu einem literarisch-musikalischen Abend rund um die Gedichte Josef Čapeks ein, die er in den Jahren der KZ-Haft schrieb – übersetzt von Prof. Dr. Urs Heftrich (Slawisches Institut der Universität Heidelberg).

Čapeks-Gedichte werden von den Klavierwerken des tschechischen Komponisten Leoš Janáček "Po zarostlém chodníčku / Auf verwachsenem Pfade" und "V mlhách / Im Nebel" sowie dem Ton-Bilder-Zyklus "Fugitive Pieces" umrahmt – interpretiert durch Prof. Gilead Mishory (Musikhochschule Freiburg), der die letztgenannte Komposition auch geschrieben hat. Inspiriert wurde er dabei durch die außerordentlich reiche, pulsierend klingende und poetische Sprache der kanadischen Schriftstellerin Anne Michaels.

Hermes&Weger ist das älteste Pianohaus der Mozartstadt Augsburg und in ganz Schwaben. Zum Engagement für die schwäbische Musiklandschaft gehört seit Jahrzehnten auch die Pflege des musikalischen Nachwuchses. So veranstaltet Hermes&Weger regelmäßig Konzerte und stellt seinen Konzertraum für extern organisierte Konzerte und Vorträge zur Verfügung.